Träume loslassen – muss man das wirklich?

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Loslassen. Die schwierigste Sache überhaupt. Alles loslassen, alles müssen, sollen, wollen… Loslassen…

Wir müssen das Leben loslassen, das wir geplant haben. Damit wir das Leben leben können, das auf uns wartet.

Dieses Zitat starrt mich an. Bedrohlich und schwer und anklagend stehen die schwarzen Buchstaben fett auf dem weissen, ahnungslosen Papier. Es trifft es auf den Punkt genau – und mich mitten ins Herz. Ich habe es in einem Buch gelesen, leider weiss ich nicht mehr wo – aber das Zitat ist mir geblieben.

Heisst das dann, mein Ziel loslassen? Meinen grossen Traum fallenlassen, begraben und warten auf was Neues, was das Leben dann so bringt? Eine kalte, eiserne Faust schliesst sich um mein Herz bei diesem Gedanken. Der Gedanke macht irgendwie Angst. Vielleicht ist das Neue ja schön, noch schöner – aber die Ungewissheit macht die Angst davor zu gross, als dass ich das auch nur als Option sehen würde.

Oder geht es nur darum, aufzuhören, alles durchplanen und kontrollieren zu wollen? Immer alles selber entscheiden, planen und organisieren. Die Kontrolle abgeben und darauf vertrauen, dass es schon gut kommt? Den Traum behalten, aber den Weg dahin dem Leben überlassen?

Loslassen. Wenn du etwas wirklich liebst, dann lässt du es los. Denn wenn man sich krampfhaft an etwas klammert, dann bleibt es nicht weil es will, weil es zu dir gehört, sondern aus Zwang. Es ist dann nicht mehr was es einmal war, verliert an Attraktivität, an Freude und Unbeschwertheit, weil es nicht mehr frei ist, sondern etwas Zwanghaftes hat. Es muss bleiben und müssen ist nie frei.

„Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir – für immer.“
(Konfuzius)

Das tönt ja ganz einfach. Aber was ist, wenn es nicht zurück kommt? Wenn es wegfliegt, wie ein Vogel, weil es schön ist, aber nicht zu dir passt? Werde ich es dann vermissen? Wird es mir fehlen, wird es ein schwarzes Loch in meiner Seele hinterlassen? Eine schmerzhafte Lücke? Oder ist es dann gar nicht so schlimm, weil es gar nicht so wichtig war und eh nicht das Richtige?

Kommt dann ein anderer Vogel, ein neuer Traum der die Lücke füllt? Halt etwas anderes, eine andere Farbe, ein neuer Traum, etwas, was das Leben für dich bestimmt hat. Gibt es denn eine Bestimmung? Einen Weg für jeden, speziell und unvergleichbar? Aber auch vorbestimmt und nicht wählbar? Sind wir gar nicht frei zu wählen, sind wir nur Marionetten im grossen Spiel des Lebens? Zieht jemand anderes meine Fäden? Soll mich diese Vorstellung beruhigen oder ohnmächtig machen? Was für einen Sinn hat alles, wenn ich sowieso nicht wählen kann? Kann ich dann nur meine Rolle besser oder schlechter spielen? Den vorgegeben Weg so bunt gestalten wie ich will? Die Blumen am Wegrand pflanzen die mir gefallen? Aber nicht die Richtung bestimmen, die der Weg einschlägt, die Höhen und Tiefen, das Ziel?

Das Leben interessiert sich nicht für meine Pläne. Es lebt einfach, bunt, fröhlich, wild und durcheinander. Soviel habe ich schon gelernt. Und es ebnet dir den Weg in die richtige Richtung. Die Dinge gehen leicht, wie von selber, alles fügt sich zusammen. Darauf muss man vertrauen. Die Augen zumachen und einfach springen – das Leben fängt dich dann schon auf.

 

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