Saribung Peak – Mustang Trek

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Der Trek durch den Mustang und den Saribung ist ein wunderschöner, einsamer Trek in einer einmaligen Landschaft mit viel Einblick in die alte, tibetische Kultur. Technisch nicht besonders schwer, waren einzelne Etappen doch sehr anstrengend weil grosse Distanzen und viele Höhenmeter bewältigt werden mussten. Der Saribung Peak ist genau richtig, um herauszufinden, ob man mit der Höhe gut zurecht kommt. Die Unterkünfte sind einfach, trotzdem ist es sehr komfortabel, die Guides und Sherpas kümmern sich super um alles, sogar einen Tisch und Stühle haben sie extra mitgeschleppt.

Bereits der Flug von Pokhara nach Jomson ist ein Abenteuer. Mit einer kleinen Propeller Maschine geht es entlang grüner Täler zu den ersten Ausläufer des Himalaya. Eine wunderschöne Sicht auf den Himalaya ist garantiert, da der Flieger keinen Instrumentenflug hat…. Wir werden herzlichen empfangen von unserem Climbing Sherpa, den Trägern und den Küchenhelfern. Unser Guide begleitet uns seit wir in Kathmandu gelandet sind. Total neun Leute begleiten uns auf den Trek – wir sind beeindruckt und etwas beschämt – und das nur wegen uns zwei… Dann werden die Jeeps beladen. Auf Holperpiste geht es den ganzen Tag hoch durch die Täler Mustangs, über staubige Pisten und steile Schluchten bis nach Lo Manthang. Dieser wunderschöne Ort ist die Hauptort von Mustang. Die tibetischen Häuser sind noch wie vor hunderten von Jahren, weiss, aus Lehm und mit Flachdach um das Feuerholz zu trocknen. Wir fühlen uns um Jahrzehnte zurückversetzt. Die Menschen tragen schöne traditionelle Trachten, Lasten werden mit einem Band um den Kopf getragen, bunte Gebetsfahnen flattern im Wind, Gebetsmühlen warten gedreht zu werden. Beim Stadtrundgang zeigt uns ein einheimischer Künstler seine Tanka-Kunstwerke, buddhistische Malereien, die in buddistischen Klöstern zu finden sind.

In Lo Manthang bleiben wir zwei Tage zur Akklimatisation, liegt es doch auf 3700m. Am ersten Tag besuchen wir die heissen Quellen in der Nähe des Städtchens. Heisses Wasser sprudelt aus dem trockenen, sandigen Boden. Das Beeindruckendste ist die Weite. Die speziellen Felsformationen in verschiedenen Farben und die karge Landschaft sind fast wie aus einer anderen Welt. Am zweiten Tag besuchen wir ein kleines Dorf nahe Lo Manthang. Wir trinken Tee in einem der typischen tibetischen Gasthäuser – unsere Guides trinken Chang, halbvergorenes tibetisches Bier.

Dann geht es endlich los! Unsere Karawane zieht los über die braunen Hügel. Unsere Träger haben schwer zu schleppen, wir haben den Proviant für zwei Wochen, Zelte, Kocher und Sprit dabei. Am ersten Tag geht es bis nach Dhe, ein tibetisches Dorf, wo wir im Gasthaus übernachten. Am nächsten Tag sind es nur eineinhalb Stunden bis nach Yara, das letzte Dorf vor dem Saribung La. Weil es noch früh ist, besuchen wir das Kloster Luri Gumpa, es klebt hoch oben im Fels, die Mönche haben die natürlichen Caves in den Felsen zu einem kleinen Kloster ausgebaut. Die Gebetsmühlen und Fahnen sind jahrhundertealt! Ehrfürchtig betrachten wir das Flackern der Butterlampen.

Am nächsten Tag starten wir früh. Die erste Etappe ist anstrengend, wir sind den ganzen Tag unterwegs, es geht über den ersten Pass und wir knacken erstmals die 5000er Grenze! Wir sind froh, als wir beim Camp ankommen – blaue Blechhütten bieten Unterschlupf für Nomaden ohne Zelt. Unser Guide benutzt sie als Küche. Wir sind beeindruckt was unser Guide (er ist gleichzeitig Chefkoch) scheinbar aus dem Nichts zaubert! Gemüse, Kartoffeln oder Reis, Fleisch, Eier, sogar Dessert gibt es. In mehreren Tagesetappen geht es nun bis an den Fuss des Gletschers, welcher uns zum Saribung Pass führen wird.

In einem der Camps treffen wir einen Nomaden mit seinen Ziegen und Schafen. Unsere Träger freuen sich über frisches Schaffleisch. Ein weiteres Camp befindet sich in einem fast ausgetrockneten Flussbett, tief unten in einer Schlucht aus beeindruckenden Felsenformationen und steilen Schutthängen. Die Landschaft ist wunderschön und ändert sich jeden Tag, aus grünen Hügeln mit kargem Gras wird schliesslich eine mit Schutt beladene Gletscherzunge. Hier durchqueren wir den eiskalten Gletscherfluss, Kneippkur inklusive!

An Luxus fehlt es uns auch auf dem Gletscher nicht, unser Sherpa bringt jeden morgen Tee ans Bett resp. den Schlafsack und sobald wir im Camp ankommen, wird als erstes Wasser geholt und Juice serviert. Die Nepali sind wirklich gute Gastgeber und sehr besorgt um uns. Ich muss unserem Climbing Sherpa öfters versichern, dass ich meinen kleinen Rucksack, der eh schon fast leer ist wirklich selber tragen kann…

Kurz vor dem Basecamp erleben wir dann doch noch eine kleine Auswirkung des Erdbebens. Ein Felssturz hat die Gletscherlandschaft stark verändert, so dass unsere Guides den Lagerplatz für das Basecamp nicht finden. Das macht aber nichts, wir campen auf der Gletschermoräne, wo wir Wasser finden und wenigstens vor Steinschlag sicher sind.

Ab jetzt sehen wir nur noch Steine und Gletscher. Wir folgen dem Gletscher den ganzen nächsten Tag, auf einem schmalen Schuttband zwischen riesigen Eisformationen geht es leicht aufwärts bis zum High Camp – auf fast 5900 Metern! Es ist eines der schönsten Camps, auf einer dünnen Moräne, in den Steinen und am Fuss des Saribung Passes. Rings um uns wunderschöne verschneite Gipfel und weite Gletscher. Unser Gipfelziel werden wir jedoch erst am nächsten Morgen sehen. Hier würden wir gerne noch ein bisschen länger bleiben – jedoch kribbelts uns dann doch ob der Nähe des Gipfels, und 5900m sind hoch, obwohl wir die Höhe dank der guten Akklimatisation fast nicht spüren.

Dann ist der grosse Tag da. Vor dem Tag, vor dem wir insgeheim Bange hatten, auch wenn der Gipfel dem ganzen Trek nur das Tüpfchen auf dem i verleihen soll. Wir brauchen noch nicht einmal Steigeisen, im Trittschnee geht es im wenig steilen Gelände bis auf die Passhöhe. Ab hier wird das Spuren anstrengender – aber da unser Climbing Sherpa das übernimmt, können wir in gut ausgetretenen Tritten hinterher steigen. Und dann stehen wir auf dem Gipfel – 6328 Meter über Meer, was für ein Erlebnis! Wir haben Glück mit dem Wetter, es hat nur leichten Nebel der vom Tal hinauf kriecht, aber wir sehen trotzdem die umliegenden Gipfel und atemberaubende Wände. Unser Sherpa stellt die Gebetsfahnen auf, wir machen ganz viele Fotos und staunen einfach nur über die wunderschönen Aussicht. Wir können kaum glauben dass wir so hoch sind, es ist erstaunlich warm und fast windstill, einfach wunderschön.

Leider müssen wir dann doch wieder runter, über den Gletscher und die Moräne bis zum Basecamp auf der anderen Seite. Am Nachmittag wird ausgeruht und über den Gipfelerfolg sinniert. Auch unsere Träger sind froh, die grössten Gefahren der Gletscherspalten hinter sich zu haben. Sie bauen eine kleine Stupa und verbrennen grüne Zweige. Religion ist omnipräsent in Nepal, Stupas und Gebetsfahnen säumen unseren ganzen Weg und geben der Landschaft ihren ganz eigenen und unverwechselbaren Charakter.

Nun heisst es den Weg Richtung Zivilisation unter die Füsse nehmen. Wir wandern im Flussbett und durch grüne Täler nach Phu. Jetzt ist es zum Glück auf für unsere Träger etwas leichter, das meiste ist aufgegessen, das Kerosin verbrannt. Phu ist ein faszinierendes Dorf, es klebt am Hügel über einem breiten Tal, in dessen Mitte sich ein Fluss dahinschlängelt. Am Dorfeingang werden wir von einer Herde Yaks begrüsst und im Gasthaus mit Black Tea. Hier hat unser Koch nochmals eine Überraschung parat – er kocht Fondue! Es gibt eine richtige Fondueparty, das halbe Dorf kommt zur Kostprobe, wir feiern unseren erfolgreichen Trek mit Chang und Rakji. Auch wenn unsere Träger fast kein Englisch sprechen und wir leider auch kein Nepali wird es richtig lustig und wir sind ein bisschen traurig, dass wir nun schon die ersten Trinkgelder überreichen dürfen. Ab Morgen werden uns die meisten der Träger verlassen. Ab hier werden wir wieder in Gasthäusern schlafen und brauchen daher keine Zelte und Küchenausrüstung mehr.

Am nächsten Tag können wir von Phu das Basecamp der Expedition am Himlung besuchen. Beeindruckend was hier auf knapp 5400 Metern aufgebaut wurde! Die Zelte sind beheizt, es gibt eine Kaffeemaschine und sogar ein Duschzelt! Wir bleiben eine Nacht in dem luxuriösen Zeltdorf und können mit Bergführer und Teilnehmern der Expedition reden.

Ab Phu wird die Landschaft anders, viel grüner, es geht sogar durch den Wald. Entlang dem Fluss und durch grüne Täler erreichen wir nach einer Zwischenstation schliesslich Koto – und damit die erste Dusche nach fast zwei Wochen! Da kann uns auch das kalte Wasser die Freude nicht verderben. Ab Koto geht’s imt dem Jeep auf der Route des Annapurna-Circuit nach Bensisahar. Die Fahrt ist nochmals ein Abenteuer für sich – eigentlich gibt es mehr Schlaglöcher als Strasse, aber immer wieder hübsche Dörfer und beeindruckende Schluchten. Ein paar Mal wird die Fahrt durch Pannen unterbrochen, die Jeeps müssen hier einiges aushalten und die Fahrer sind gleichzeitig auch sehr fähige Mechaniker. Aber in Nepal geht es immer irgendwie, so erreichen wir dann auch sicher unser Ziel und das Hotel, das uns nach den Wochen im Zelt enorm luxuriös vorkommt.

Nepal ist auf jeden Fall eine Reise wert! Eine der schönsten Landschaften, die ich je gesehen habe. Dazu noch Kultur und Leute, ich kanns nur empfehlen.

 

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