Sommer Tourenleiterin für den SAC!

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Nun bin ich Tourenleiterin! Eine tolle Ausbildungswoche ging im nu vorbei. Ich hatte grosses Glück und bin in einer super tollen Gruppe gelandet. Auch der Bergführer war ein Glücksfall.

Ich bin mit gemischten Gefühlen angereist – einerseits hatte ich Feedback von vielen Freunden, dass es ganz bestimmt reicht, aber so sicher ist man da ja nie. Ich hatte gehörig Respekt vor der ganzen Ausbildung, dem strengen Programm und den technischen Anforderungen. Ich stelle ja selber Anforderungen an Tourenleiter und erwarte Know-how, dieselben Erwartungen hatte ich daher an diese Ausbildung und schlussendlich an mich als Tourenleiter in spe.

Die erste schöne Überraschung waren die Gipfel um die Cabane d’Orny. Wunderschön gelegen in einem, sorry, richtig geilen Gebiet! Die Ausläufer vom Mont-Blanc Massiv formen hier wunderschöne Nadeln und Zacken aus besten Granit, ein Traum für jeden Kletterer!

Die erste Kletter-Tour führte auf die Aiguille d’Orny. Eine superschöne Mehrseillänge in traumhaften Granit.

Zwar war das Programm anspruchsvoll, freie Zeit gab es praktisch keine, trotzdem hatten wir sehr viel Spass und eine tolle Zeit. Auf den Ausbildungstouren lernten wir viel, und gleichzeitig hatten wir super Tourenerlebnisse mit tollen Leuten. Und natürlich traut man sich ein bisschen mehr, mit 5 angehenden Tourenleitern in der Gruppe und einem der besten Bergführer der Schweiz…

Eines meiner persönlichen Highlights wurde die Chandelle. Eine formschöne Felsnadel oben auf dem Portalet, einem Gipfel nahe der Hütte. Man erklettert die Chandelle von der Hinterseite, steigt durch einen spektakulären Riss in ihrer Mitte und erklimmt die Spitze über ein plattiges Band. Ein Felszahn der aussieht als hätte ein Reise ihn mit dem Schwert durchtrennt. Ein absolutes Highlight, welches natürlich auch ein bisschen Mut gekostet hat. Sicherungen gab es spärlich – einen Mini-Friend am Anfang und einen Bolt fast ganz oben. Ich durfte als erste Vorsteigen – ein schönes Privileg und ein bisschen Druck, jetzt ja nicht abkacken und vor der ganzen Gruppe rausfliegen… Peinlich wärs gewesen und ziemlich gefährlich wahrscheinlich, so ausgesetzt. Aber die Zuschauer beflügeln auch, wenn der Chef Bergführer mir das zutraut (und das tat er offensichtlich, sonst hätte er mich nicht vorsteigen lassen) dann muss er wohl recht haben und ich schaffe das! Ein wunderschöner Moment allein auf der Spitze dieser Nadel, mit Sicht auf den Grand Combin. Einer dieser Momente des puren Lebens, für die man viele Strapazen und Mühen auf sich nimmt…

Auf solche Momente freue ich mich jetzt auch als Tourenleiterin. Eine Aufgabe mit vielen Facetten. Eine Gruppe anleiten, führen und vor allem, die volle Verantwortung tragen, die Risiken abschätzen und alle Entscheidungen treffen. Eine grosse Verantwortung, für die ich mich jetzt aber dank der guten Ausbildungswoche bereit fühle! Und dann habe ich ja jetzt tolle Tourenleiterkollegen. Die ersten Touren will ich auf jeden Fall mit einem Co-Leiter ausschreiben. Dann kann man die Aufgabe teilen – und den Spass verdoppeln!

 

 

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