Weg des Widerstandes

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Wasser. Wären wir wie Wasser. Es geht den Weg des geringsten Widerstandes. Scheinbar. Wasser findet jede noch so kleine Ritze, schlüpft durch das kleinst Loch, zwängt sich durch Schluchten, schlängelt sich einen Weg durch Wiesen, Felder, immer abwärts, da geht es einfacher. Doch ist es wirklich der Weg des geringsten Widerstandes? Ausgewaschene Felsbrocken erzählen eine andere Geschichte. Mächtige, von Sturzbächen geschliffene Formen. Rauschende Wasserfälle. Kleine Tröpfchen nur, die fallen. Ganze Hänge reisst es mit sich fort, tosend, schäumend. Steter Tropfen höhlt den Berg. Wasser geht den Weg des geringsten Widerstands. Wenn es kann. Hindernisse und Brocken im Weg werden langsam aber stetig abgeschliffen. Bis die spitzen Ecken rund sind, die Oberfläche weich und glatt. Bis der Weg frei ist. Wasser hat Geduld. Wasser kann warten, kann sich anstauen, aufbauen und die ganze Energie auf einmal entladen. Mit Wucht, mit Kraft und Gewalt, die ein kleines Rinnsaal niemals hätte. Wir sind Wasser.

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